The Improlution of a Jamband

Fetish Drums - eine musikalische Odyssee - 1979 bis 2004

Wir schreiben das Jahr 1979. Jost Saggau, Schlagzeuger der progressiv Rockband "Anonymos" und Christian Schenk, "Kaisersaal" DJ, treffen sich zum ersten Mal in einem dunklen Keller, um ihre New Wave Experimente zu beginnen. Zwei Jahre später proklamiert Alfred Hilsberg die "Neue Deutsche Welle" und veröffentlich die Single "Tanz Doch" von "Schön". Diedrich Diederichsen schreibt in der "Sounds" Nr.2/81: „[...] Eine äußerst positive Überraschung ist "Schön" aus Bad Segeberg. Professionell/originell: Free Funk mit einem hysterischen Gitarrero, irgendwo zwischen Sonny Sharrock, Adrian Belew und Hendrix und um ihn herum eine für ein Trio unglaublich vollgepackte Musik. Schön - Nomen est Omen. [...]“ . 1982 "Schön" ist inzwischen zu einem Sextett herangewachsen erscheint die LP "Schön" produziert von "Joachim Witt" (Goldener Reiter), aufgenommen von "Rene Tinner" im Studio der Kultband "Can". Doch dann kommt die Wende, die "Neue Deutsche Welle" stirbt und "Schön" löst sich auf . Saggau und Schenk, sich immer ihrer musikalischen Wurzeln bewußt, gehen auf die Suche nach den Ursprüngen. Jost Saggau zieht es nach Indien und Christian Schenk verschlägt es nach Ghana in Westafrika.

Zwanzig Jahre später, wir schreiben das Jahr 2002, treffen sich die beiden im "Klangstrom" Studio wieder, um ihre musikalische Odyssee fortzusetzen. Die Eindrücke der Forschungs-reisen fließen in die neue Band "Fetish Drums" ein. Gute Freunde stoßen zu der Band, und es kommt 2003 zu einem heftigen kreativen Ausbruch. Über zwanzig Stunden, überwiegend improvisierte Stücke, werden im "Klangstrom" aufgenommen und im Internet unter "www.fetishdrums.de" veröffentlicht. Auszüge aus dem Gästebuch: "hey , geile musik die ihr da so macht...is ja zum abfliegen, cool :) - ...archaische Urklang Theapie...rockt voll ab...Percussion erinnert mich an SANTANA and I love it !!!"

Wir schreiben das Jahr 2004, die Band zieht in den Lokschuppen in Bad Segeberg, und ist heute eine der ungewöhnlichsten Livebands, die trotz ihrer langen Geschichte, unverbraucht und fett klingt. Nach dem Auftritt am 14. Mai im Lokschuppen schrieb die "Segeberger Zeitung": Die Musik der "Fetish Drums" reicht stilistisch vom Krautrock der 70er bis zu Soul und Westcoast mit schönen Gesangsharmonien. Den gestandenen Musikern war ihre langjährige Erfahrung anzusehen und anzuhören - ein Auftritt wie aus einem Guss.

Mitglieder dieser neunköpfigen Musikkommune sind : Gülay Gül, Anke Harm und Nana Gerlach (Vocals), Jost "Doc Mitulski" Saggau ( Vocals, Guitar), Andi Weimer (Leadguitar), Gerrit Moldenhauer (Keyboards), Christian "Xtian" Schenk (Bass, Vocals), Michael "Fercy" Heidmann (Percussion), und für den unvergleichlichen Groove sorgt Oliver "o.Lee" Huber (Drums) von der Lübecker Funkrocklegende "Gizzmolotion".

Die Musik von "Fetish Drums" lebt von psychedelischen crossover Improvisationen, die das Publikum zum Tanzen mitreißen. So wird jedes Konz der Band auch eine Party zum abhotten. Das Rahmenprogramm bilden Songs aus eigener Feder, aber auch die Acidhymne "Purple Haze" von "Jimi Hendrix" und der kultige zehn Minuten psychedelic Soultitel "Time Has Come Today" von den "Chambers Brothers", bekannt aus dem Film "Durchgeknallt" mit "Winona Ryder" und "Angelina Jolie", sind in dem zweieinhalb Stunden Auftritt von "Fetish Drums" zu hören.

Im Mai 2004 veröffentlicht die Band eine Guinnesbuchrekord verdächtige Mp3 CD mit über 11 Stunden Musik auf einem Silberling. Die 48 Improvisationen sind alle zwischen Juli und Dezember 2003 live im "Klangstrom" Studio in Lübeck aufgenommen und wurden lediglich abgemischt. Die ungekürzten Sessions enthalten keinerlei nachträgliche Bearbeitungen um den ursprünglichen Charakter dieser gelebten Musik nicht zu verfälschen.

Neben reinen Instrumentals enthält das Album auch sehr schöne Vocaltracks, intensiv vorgetragen von Gülay Gül wie in Track 05. "I Feel Like In Orbit", Track 12. "Without Apollegee" oder 46. "What I Feel Makes Me Real". Anke Harm kommt mit ihrem leicht morbiden Gesang auf Track 22. "Mystery Misery" und Track 42. "Crime" besonders zur Geltung und Doc Mitulski brilliert mit seinem immer wiederkehrenden "Cold Century" und in den unglaublich dichten Improlutions Track 36. "Instant Stranger" und Track 38. "As I Walk By".

Improlutions, eine Symbiose aus Improvisation und Revolution, entstehen auf besondere Art und Weise. Die Musiker lauschen in den Raum und lassen sich von den Stimmungen, Geräuschen, Menschen inspirieren. In den Jamsessions verschmilzt die Musik der letzten 50 Jahre und "Fetish Drums" läßt sich deswegen bewußt nicht in eineSchublade stecken, sondern bezeichnet sich selbst als "All-Style Band", mit dem Ziel durch Musik die Seele ihrer Zuhörer zu erreichen, um den sich im Körper abspielenden "Mental Dance" auszulösen, der heilen und glücklich machen kann.